Wie vertragen sich Tschechen und Deutsche heute und warum?

Die Frage zu beantworten wird morgen Abend um 18:30 Uhr im Altbestand der Christian-Weise-Bibliothek Zittau auf der Lisa-Tetzner-Straße 11 versucht. Harald Skala wird dazu seinen Vortrag „Tschechen und Deutsche – eine schwierige Nachbarschaft?!“ halten.

Skala, geboren am 3. Juli 1935 in Schatzlar (heute Žacléř/ CZ) im Riesengebirge stammt selbst aus einer Mischehe: Vater Tscheche, Mutter Sudetendeutsche. Er besuchte 1940 – 1945 in Iglau (heute Jihlava/ CZ) die deutsche Grundschule, nach 1947 dann tschechische Schulen. Ab 1956 in Liberec beschäftigt, flüchtete er nach dem Einmarsch der Armeen des Warschauer Paktes im August 1968 und kam nach einem kurzen Zwischenaufenthalt in Belgien nach Deutschland. Seit 2010 wohnhaft in Obercunnersdorf widmet er sich seinen Hobbys, Militärgeschichte der K. K. Monarchie und der Genealogie.

Doch zum eigentlichen Thema: Wir haben uns daran gewöhnt, schnell mal „rüber“ nach nach Varnsdorf oder Rumburk zu fahren, zum shoppen oder um gut und preiswert die böhmische Küche zu genießen. Mit dem Auto ist man schnell dort und merkt gar nicht, wo Deutschland aufhört und Tschechien beginnt. Grenzkontrollen, Pass und Visum, Zollerklärung? Schon unsere mittlere Generation kann mit diesen Begriffen nichts mehr anfangen. Es ist aber gar nicht so lange her, da war es ganz anders. Die Menschen in Rumburg, Warnsdorf und Schluckenau sprachen alle deutsch. Heute heißen die Orte Rumburk, Varnsdorf und Šluknov und deutsch sprechen dort nur sehr wenige Menschen. In den ersten Jahren nach 1945 war es dort sogar absolut verpönt, ja gefährlich, auf der Straße deutsch zu sprechen. Warum es so gekommen ist, könnt ihr in diesem Vortrag erfahren. Eine kleine Ausstellung zeigt Bücher aus dem Altbestand zum Thema.

Der Eintritt ist frei, am Schluss wird um eine Spende zugunsten der Erhaltung der wertvollen Altbestände der Christian-Weise-Bibliothek gebeten.

Direkt hinter der Kammbaude in Oybin / Hain geht Deutschland fließend in Tschechien über
Besonders für Wanderer ist diese „Grenzenlosigkeit“ ein Seegen
Lediglich ein kleines Schild weist auf die „Grenze“ hin
Blick in Richtung Krompach

 

(c) Fotos: M. Huber

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