Archäologischer Vortrag heute Abend in Zittau

Die Städtischen Museen Zittau besitzen einen ungewöhnlich  reichen Bestand an mehr als 60 mittelalterlichen Tonfiguren. Bei den mehr als 500 Jahre alten Figürchen handelt es sich um Heilige oder auch Spielzeugtiere – hergestellt aus demselben weißen Ton und mit gleichen Formen gefertigt. Dr. Jens Beutmann vom Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz erläutert heute Abend um 17:00 Uhr das Thema der Tonfiguren in seinem Vortrag.

Mittelalterliche kleine Tonfiguren sind normalerweise ausgesprochene Raritäten. Hergestellt wurden sie vor mehr als 500 Jahren von den heimischen Töpfern, großenteils in Formen gepresst. Eine solche Form, ein Köpfchen, ist im Bestand enthalten – eine große Besonderheit. Mehrere der Zittauer Plastiken – besonders die Marienfiguren– sind offensichtlich identisch und wurden mit derselben Form gemacht. Andere sind einander ähnlich, weichen aber in der Größe ab.

Die Mehrzahl der Plastiken stellen Heilige dar, darunter besonders oft Maria mit Kind. Solche Heiligenfiguren wurden als Andachtsbilder oder Glücksbringer daheim aufbewahrt. Daneben gibt es eine Reihe von Plastiken, die sicher als Spielzeug dienten. Dazu gehören die Pferdchen, deren Bruchstücke sich in großer Zahl im Zittauer Bestand befinden. Sie sind mit der Hand geknetet und wirken viel einfacher als die Heiligen. Auch die kleinen Wiegenkinder und Babypüppchen könnten entweder Spielzeug sein oder aber das Jesuskind darstellen.

Das Alter ist nicht bei allen Figuren ganz klar zu bestimmen. Viele zeigen eindeutige modische Details oder stilistische Merkmale, mit der eine genaue Einordnung gelingt. Demnach gehen die meisten Plastiken eindeutig ins 15. Jahrhundert zurück.

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