Ändert sich etwas am Zittauer Markgeschehen?

Am 13. Juli veröffentlichten wir an dieser Stelle den offenen Brief der Zuschauerin Frau B. aus Zittau, in welchem sie ihre Kritik über die Situation des Mittwochs-Marktes vor dem Zittauer Rathaus unterstrich, gern nachlesbar unter diesem Link!

zittau-live war gestern auf dem Markt unterwegs und sprach mit einigen Händlern. Da deren Antworten größtenteils unisono erfolgten, beziehen wir uns in diesem Beitrag explizit auf die Äußerungen von Zittaus Biogärtner und Gemüsehändler Michael Schostek. Da Schostek nicht nur Landwirt, sondern auch Stadtrat ist, war er mit der Materie bestens vertraut. Er kennt die Einwände der Zittauerinnen und Zittauer. Jedoch ist ein Gemüsehändler nun gleichzeitig auch ein Wirtschaftsunternehmen, und als solches muss der Betrieb, wenn schon nicht profitabel, dann doch zumindest rentabel arbeiten.

„Die demografische Entwicklung in Zittau sei nun mal auch mit geprägt vom Wegzug der Jugend. Wir haben – nicht zuletzt – eine verglichen mit anderen Stäten – relativ niedrige Kaufkraft.“, so Schostek sinngemäß in seinen Erläuterungen. Viele fordern einen Wochenmarkt, kommen – größtenteils auch nur zum gucken – und kaufen letztendlich beim Discounter, weil der Salat aus Portugal – was ohnehin ein Irrsinn an sich ist – dann dort doch 10 Cent günstiger sei.

Gerade in seiner Branche sei es besonders schwer. Fünf Stunden – von 10:00 Uhr bis 15:00 Uhr – kann er seine Waren in der Auslage haben, spätestens dann seien sie – gerade jetzt im Sommer – temperaturbedingt hinüber. Um über einen längeren Zeitraum frische und somit optisch ansprechende Ware anbieten zu können, müsse er zur „Halbzeit“ neu beliefert werden – das bedeutet noch mehr Aufwand, noch mehr Personal, noch mehr Kosten.

Auch haben seine Erfahrungen gezeigt, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt des Tages ohnehin nichts mehr verkauft wird. Die Zeit, die er dann erfolglos auf dem Zittauer Markplatz verbringt, bräuchte er aber eigentlich auf seinen Feldern. Michael Schostek versicherte uns zudem gestern, dass der für den Markt verantwortlich zeichnende Marktleiter Andreas Sigl im Rahmen seiner Möglichkeiten die größten Anstrengungen unternimmt, den Markt für die Zittauerinnen und Zittauer attraktiver zu gestalten.

Beide Seiten kann man verstehen, ohne das wir selbst jetzt darüber urteilen wollen. Jedoch zeigt uns die Reaktion auf unseren Beitrag vom 13. Juli, das Bemühungen zu sehen, Veränderungen gewünscht sind. Und auch wenn der Stein des Anstoßes im Moment noch ganz langsam rollt – aber er rollt schon mal! Vielleicht liegt es auch an uns, vielleicht sollten auch wir einmal unser Kaufverhalten überprüfen… Den Rest wird die Zukunft zeigen.

Biogärtner und Stadtrat Michael Schostek

© Foto: M. Huber

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