„Die Wahrheit ist ein Finger im Hals derer, die sie nicht hören wollen….“

So geht es offenbar auch den Mitgliedern des Aufsichtsrats des Mitteldeutschen Rundfunks in Leipzig. Diese planen, den Satiriker – oder wie man neudeutsch sagt „Comidian“ – Uwe Steimle aus dem Programm zu entfernen, weil dem öffentlich-rechtlichen Sender, der sich wie die anderen Öffentlichen im Übrigen auch von den Zwangsgebühren der Zuschauer finanziert, dessen Meinungen zu tagesaktuellen Themen zu nah an Volkes Stimme sind.

Steimle, in Dresden groß geworden, trat in letzter Zeit immer öfters in Kabarett-Shows auf und machte dort nie einen Hehl aus seinen kritischen Beobachtungen, sei es über die aktuelle Flüchtlingspolitik als auch über das Verhalten unserer Regierung in Bezug auf Altersarmut, Ignoranz der Bevölkerung und vieles andere.

Dies ist den Intendanten des mdr offensichtlich ein Dorn im Auge, so ähnlich sieht es ein wöchentlich erscheinendes Polit-Magazin. Oftmals hat Steimle bereits mit provokanten Äußerungen polarisiert, aber ist das nicht gerade Aufgabe der Satire? Soll sie nicht durch Überspitzungen auf Missstände hinweisen? Steimle spricht das aus, was vielen Menschen derzeit auf der Seele brennt, das sie sich aber aus Angst vor Repressalien nicht auszusprechen wagen. Und dafür liebt ihn sein Publikum, so wie auch hier im restlos ausverkauften Gerhart-Hauptmann-Theater in Zittau.

(c) Foto: M. Huber